Map global logistics partnership connection of Container Cargo freight ship for Logistics Import Export background, Global logistics network transportation maritime shipping

Die diesjährige Münchener Wirtschaftskonferenz fand nun zum 2. mal am Starnberger See im Hotel La Villa statt. Hochkarätige Teilnehmer diskutierten über das aktuelle Thema „Internationale Märkte und Internationaler Handel“.
Das erste Panel, welches mit hochkarätigen internationalen Vertretern besetzt war, setzte sich mit dem Thema „Europas Rolle und Einbindung in eine sich verändernde Weltwirtschaft – Chancen und Herausforderungen“ auseinander.
Das zweite Panel beschäftigte sich mit dem Thema „Internationalisierungsstrategien von Unternehmen – Was funktioniert, was nicht“. Hierzu führten Führungskräfte und Vertreter aus der Wissenschaft eine angeregte Diskussion.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Referenten, Moderatoren und Sponsoren bedanken, die maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.

 

Kommentar Prof. Dr. Federico Foders | Präsident des IWS

Im Zweifel für den Freihandel

Der bisher erreichte Wohlstand der Nationen ist vor allem der Globalisierung zu verdanken. Mit ihr haben sich unzählige Standorte in globalen Wertschöpfungsketten einbinden lassen, um ihre jeweiligen ökonomischen Vorteile am besten ausspielen zu können. So werden einzelne Teile eines Produktes häufig grenzüberschreitend an verschiedenen Standorten produziert und an einem anderen Standort zu einem Fertigprodukt montiert. Diese weltweite Tendenz zur Internationalisierung der Produktion, die mit zum Teil erheblichen Einkommenszuwächsen in den Entwicklungs- und Schwellenländern einhergeht, kennt nur eine einzige Grenze: den Protektionismus. Die Wirtschaftswissenschaft lehrt uns, dass Protektion stets mehr Verluste als Gewinne hervorbringt. Zeuge davon ist die Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts, in dem gleich mehrfach der Zusammenbruch des Welthandels im Gefolge des Protektionismus zu verzeichnen gewesen ist. Entwicklungsländer, die den Pfad der Importsubstitution hinter hohen Schutzzöllen gewählt haben, mussten nach einiger Zeit feststellen, dass sie ärmer und nicht wie erhofft reicher geworden waren. Allein Entwicklungsländer, die sich für eine offene Volkswirtschaft und eine exportorientierte Produktion entschieden hatten, konnten Fortschritte erzielen und den Abstand zu den hochindustrialisierten Ländern verringern.
Wer sich auf das gefährliche Spiel des Protektionismus einlässt, sollte wissen, dass Schutzzölle nach Retorsionszölle rufen und dass am Ende eines Handelskrieges alle Einkommensverluste erleiden müssen. Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben mehrere Länder unter Führung der Vereinigten Staaten die Welthandelsorganisation GATT gegründet, die später zur WTO ausgebaut wurde, um klare Regeln für den Welthandel aufzustellen und einen Rückfall in die Barbarei eines Handelskrieges nach Möglichkeit für immer auszuschließen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind es die Vereinigten Staaten, die den Versuch unternehmen, diese bewährte internationale Handelsordnung unter dem Vorwand des „unfairen Handels“ zu torpedieren. Inzwischen geben in Europa auch die Aktienkurse der von amerikanischen Schutzzöllen betroffenen Unternehmen nach. Es wäre kein gutes Signal für die Weltwirtschaft, wenn der aufkommende Protektionismus den ersten Aufschwung seit der Finanzkrise abrupt abschwächen sollte.

 

 

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