Virtueller Roundtable zum Thema „Sicherheitspolitik und Globalisierung: Zur Lage der Sicherheit in Deutschland und Europa“

IWS Virtueller Roundtable „Sicherheitspolitik und Außenwirtschaft: Die Zukunft europäischer Sicherheit“

 

ReferentInnen: 

  • Harald Kujat, General a.D. | Vortrag: „Die Rivalität der großen Mächte und die Selbstbehauptung Europas“
  • Vladimir V. Kotenev, Botschafter a.D. | Vortrag: „Eurasien: Zwischen Geopolitik und wirtschaftlichem Aufschwung“

 

Wo ist der Platz Deutschlands und Europas in der neuen Weltordnung? Europa scheint sich bei den sich zuspitzenden amerikanisch-chinesischen Konflikten mit der Rolle als Zaungast zu begnügen. Ist das der Weg in die Zukunft? Oder stellt die Beziehung der Europäischen Union zur Russischen Föderation einen nachahmenswerten Pfad dar? Welche Planken werden künftig die weltweite Entwicklung bestimmen?  

Gab es im Kalten Krieg noch die atomare Abschreckung als langfristig den Frieden festigende Maßnahme, so ist das Mittel der Wahl heute nicht mehr so eindeutig. Cyberkrieg, hybride Kriegsführung, konventionelle und atomare Waffen auf der Erde wie im Weltall konkurrieren um Aufmerksamkeit, wenngleich in einer multipolaren Welt Freund und Feind nicht immer deutlich zu unterscheiden sind. Das vom Westen und der Sowjetunion in der Nachkriegszeit gebildete Duopol ist Geschichte; weder „der Westen“ noch die Sowjetunion haben überlebt. Von einer neuen Weltordnung erkennen wir heute allenfalls einige schwache Konturen im Nebel, mehr aber nicht. Können wir auch ohne eine klar definierte Weltordnung (über)leben?

Die Europäische Union fordert ebenso wie die Volksrepublik China einen Platz am Tisch, um ihre jeweiligen Interessen zu wahren. Aber auch der strategische Süden hat das Vakuum erkannt, stellt die Reste der alten Ordnung infrage und möchte ebenfalls an Einfluss gewinnen. Die Vereinigten Staaten ziehen sich gegenwärtig als Ordnungsmacht des 20. Jahrhunderts nach und nach zurück und scheinen sich auf einer Insel engstirnig nationaler Interessen einrichten zu wollen. Doch der Klimawandel und die derzeitige Pandemie erinnern uns sehr schmerzhaft daran, dass wir im 21. Jahrhundert nicht nur rein nationale Interessen zu verfolgen haben. Wir müssen darüber hinaus eine Reihe gemeinsamer Herausforderungen gemeinsam meistern. Wird eine weltweite Aufrüstung genügen, um zu einem multipolaren Gleichgewicht zu gelangen und gemeinsame Herausforderungen zu meistern? Wird sie die im Gefolge des Klimawandels und der Pandemie zu erwartenden Konflikte helfen zu entschärfen oder eher anheizen? Wird globale Zusammenarbeit das Mittel der Wahl sein? Wenn ja, auf welcher Basis? Oder hätten wir unendlich viele Konfliktherde und Stellvertreterkriege als neue Ordnung lieber? Wie schaut die multipolare Welt aus, die wir anstreben?

Welche Zukunft haben unsere europäischen Werte (Demokratie, Rechtsstaat, kulturelle und politische Vielfalt, eine gefestigte Zivilgesellschaft, die Wahrung der Menschenrechte auch in der Digitalisierung, der freie internationale Handel und Kapitalverkehr), auf denen unser Wohlstand beruht? Sind diese Werte mit der Vision der Volksrepublik China vereinbar? Werden diese Werte im Dialog mit der Russischen Föderation bestehen? Wird Deutschland als wirtschaftlicher Gigant und politischer und militärischer Zwerg mehr Verantwortung für Stabilität, Frieden und Sicherheit in Europa übernehmen? Wenn ja: In Partnerschaft mit wem? Mit der Europäischen Union und der NATO? Oder zeichnen sich neue Allianzen ab?

 

Uhrzeit: 10:00 - 11:15 Uhr

Datum: 24.08.2020

Event Properties

Event Date 24.08.2020 10:00
Event End Date 24.08.2020 11:15

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