PRESSEMITTEILUNG

IWS-UMFRAGE

UNTERNEHMEN VERKÜRZEN INVESTITIONSPLANUNG DEUTLICH

Die Ergebnisse basieren auf einer Mitgliederbefragung des Internationalen Wirtschaftssenats im Dezember 2025 unter 118 Unternehmen aus unterschiedlichen mittelständischen Branchen. 

Berlin | 19. Januar 2026

Der deutsche Mittelstand plant Investitionen zunehmend kurzfristig. Nach einer aktuellen Mitgliederbefragung des Internationalen Wirtschaftssenats (IWS) planen 82 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Zeithorizont von weniger als 2 Jahren, 66 Prozent sogar mit weniger als zwölf Monaten. Die Ergebnisse deuten auf eine ausgeprägte Zurückhaltung bei langfristigen Investitionsentscheidungen hin. 

Zugleich zeigt die Befragung eine wachsende Skepsis gegenüber dem Standort Deutschland. 39 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie ihr Unternehmen heute nicht mehr in Deutschland gründen würden. 79 Prozent sehen die Gefahr, dass Investitionen Deutschland dauerhaft verlassen. 92 Prozent rechnen 2026 nicht mit durchgreifenden wirtschaftspolitischen Strukturreformen. 

Als zentrale Belastungsfaktoren nennen die Unternehmen eine hohe Steuer- und Abgabenlast, zunehmende Bürokratie und regulatorische Unsicherheit, daneben dauerhaft hohe Energiepreise sowie Fachkräftemangel und geopolitische Risiken. 84 Prozent der Befragten geben an, dass internationale Unsicherheiten ihre Investitionsentscheidungen derzeit belasten. 80 Prozent erwarten auch im Jahr 2026 keine spürbare Entlastung bei den Energiekosten. 

„Der Mittelstand denkt nicht kurzfristig, er wird dazu gezwungen“, sagte Peter Nußbaum, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Internationalen Wirtschaftssenats. „Diese Verschiebung ist eine deutliche Reaktion auf die anhaltende Unsicherheit und das schwindende Vertrauen in stabile Rahmenbedingungen.“

„Wenn Investitionen hierzulande ausbleiben, ist das kein Zufall und kein Zyklus“, sagte Prof. Dr. Stefan Kooths, Präsident des IWS. „Es ist im Wesentlichen das Ergebnis wirtschaftspolitischer Unsicherheit und gravierender Standortschwäche.“

Der Internationale Wirtschaftssenat (IWS) ist ein unabhängiger Zusammenschluss mittelständischer Unternehmen mit internationaler Ausrichtung.