NACHBERICHT: IWS SOMMERGESPRÄCH 2026

RÜCKBLICK

IWS Sommergespräch 2026

am 16. Juli 2026 in München

München | Juli 2026

„Zukunft der Arbeit – Future Readiness 2040“

Das IWS Sommergespräch 2026 widmete sich der Frage, wie Unternehmen und der Wirtschaftsstandort Deutschland bis 2040 zukunftsfähig werden können. Im Mittelpunkt standen die Themen wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Künstliche Intelligenz (KI), Innovation, Führung sowie die Fähigkeit von Unternehmen, sich aktiv auf zukünftige Veränderungen einzustellen.

Deutschlands Zukunftsfähigkeit als Wirtschaftsstandort
Professor Dr. Stefan Kooths eröffnete die Veranstaltung mit einer wirtschaftspolitischen Einordnung. Er zeichnete ein kritisches Bild der aktuellen Entwicklung Deutschlands. Demografischer Wandel, geringe Produktivitätszuwächse, zunehmende Regulierung und hohe Lohnnebenkosten gefährden langfristig Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Reformen seien bislang zu wenig konsequent und würden den Abwärtstrend lediglich verlangsamen. Entscheidend sei es, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, Bürokratie abzubauen und mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

KI als unmittelbarer Produktivitätstreiber
Timur Göreci zeigte anhand praktischer Beispiele, dass Künstliche Intelligenz nicht erst ein Zukunftsthema für 2040 ist, sondern bereits heute erhebliches Potenzial bietet. Besonders bei administrativen und repetitiven Tätigkeiten könne KI Mitarbeitende entlasten und Prozesse beschleunigen. Dabei wurde deutlich, dass viele Unternehmen zwar KI testen, sie jedoch nur selten konsequent in ihre Geschäftsprozesse integrieren. KI dürfe deshalb nicht als reines IT-Projekt verstanden werden, sondern müsse Teil der Unternehmensstrategie sein. Gleichzeitig bleibt der Mensch zentraler Entscheidungsträger („Human in the Loop“), während KI als Unterstützung für Analyse, Entscheidungsgrundlagen und Umsetzung dient.

Future Readiness als Kulturfrage
Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut betonte, dass Zukunftsfähigkeit vor allem eine Frage der Haltung sei. Unternehmen sollten sich nicht als Opfer von Veränderungen verstehen, sondern Zukunft aktiv gestalten. Entscheidend seien Neugier, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, eigene Zukunftsbilder zu entwickeln, anstatt ausschließlich auf externe Entwicklungen zu reagieren. Zukunft entstehe durch Menschen, die bereit sind, Veränderungen anzunehmen und Chancen aktiv zu nutzen.

Lernen und Führung als Schlüsselkompetenzen
In der anschließenden Paneldiskussion wurde deutlich, dass kontinuierliches Lernen zur wichtigsten Kompetenz der Arbeitswelt wird. Führungskräfte müssen Rahmenbedingungen schaffen, in denen Mitarbeitende experimentieren, Erfahrungen sammeln und neue Technologien ausprobieren können. Als positives Beispiel wurde die Medienbranche genannt, in der KI innerhalb kurzer Zeit erfolgreich in Arbeitsprozesse integriert wurde. Offenheit gegenüber Veränderungen und eine lernorientierte Unternehmenskultur wurden als wesentliche Erfolgsfaktoren hervorgehoben.

Zentrale Erkenntnisse der Veranstaltung

KI ist bereits heute ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und sollte gezielt in Geschäftsprozesse integriert werden.

Der Mensch bleibt unverzichtbar, insbesondere bei unternehmerischen Entscheidungen, Kreativität und Verantwortung.

Future Readiness beginnt mit einer offenen Unternehmenskultur, die Lernen, Innovation und Veränderungsbereitschaft fördert.

Deutschland muss seine wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern, um Innovationen und Investitionen zu ermöglichen.

Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle, indem sie Orientierung geben, Veränderungen fördern und Mitarbeitende für neue Technologien befähigen.

Fazit

Das IWS Sommergespräch 2026 machte deutlich, dass die Zukunft der Arbeit nicht erst im Jahr 2040 beginnt, sondern bereits heute gestaltet wird. Unternehmen, die Innovationen aktiv vorantreiben, Künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen und eine Kultur des Lernens etablieren, schaffen die Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg. Zukunftsfähigkeit entsteht dabei weniger durch perfekte Prognosen als durch die Bereitschaft, Veränderungen mutig anzunehmen und kontinuierlich zu lernen.